Church of Euthanasia

The One Commandment:
"Thou shalt not procreate"

The Four Pillars:
suicide · abortion
cannibalism · sodomy

Human Population:
SAVE THE PLANET
KILL YOURSELF



Chris Korda & the Church of Euthanasia

Fuck Breeding, Let's Dance

Gleich vorweg. Chris Korda zieht gerne Frauenkleider an, schminkt sich gut, sieht aus wie eine dunkelhaarige Disco-Queen und ist Chef in der von der US-Finanzbehörde als gemeinnütziger Verein anerkannten "Church Of Euthanasia", die sich die "Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen den Menschen und den übrigen Spezies auf der Erde" durch Verzicht auf Fortpflanzung, Entkriminalisierung von Selbstmord und zeugungsfreiem Sex zum Ziel gesetzt hat. Motto: "Make Love, Not Babies" bzw. "Fuck Breeding". Säulenheilige: Albert Camus, Rudolf Steiner, Willheim Reich, Abbie Hoffman und der Sterbehelfer Jack Kevorkian. Erklärte Feinde: Militante Abtreibungsgegner.

Anwort auf eine Frage im Spiegel warum sich "The Church Of Euthanasia" mit ihrer Botschaft nicht an die "kinderreichen Einwohner der Dritten Welt" wendet: "Wir haben kein Recht, Menschen, die wir ausgebeutet haben, Ratschläge zu geben. Außerdem produziert jeder Nordamerikaner loomal mehr Müll als ein Afrikaner." Punkt. Ja, ja die amerikanische Sektenkunde, langweilig wird sie nie. Nur könnte sie bei Chris Korda nur allzu leicht von seiner fantastischen Debüt-CD "Six Billion Humans Can't Be Wrong" (Gigolo Records/EFA/Ixthuluh) ablenken. Die klingt nämlich nicht nur komplett anders als nach die im Electro-Gigolo-Style gehaltenen Über-Maxi "Save The Planet, Kill Yourself", sondern erweitert auch noch jene Horizonte die das Nachfolgemodell "Steel Peas" angedeutet hat.

Im Grunde macht Chris Korda Alleinunterhalter-Elektronik der Marke Eigenbau (und ist dabei überhaupt nicht Jimi Tenor als eher Martin Rev im entminimalisierten Technotaumel). Kleine Jazzlicks (Korda war mal Jazzgitarrist) deuten House und Funk an, was aber wenig zu bedeuten hat, denn die Tracks gehen sowieso meist in eine komplett andere Richtung. Korda scheut dabei auch vor typischen Synthie-Factory-Sounds nicht zurück und entwirft so eine Art bizarres, nervösverschraubtes Electronic-Labyrinth, daß nicht selten wie psychedelische Disco-Swing-Karussell-Musik für Jahrmärkte mit gefährlichen Clowns klingt.

Daß wir auf "Six Billion Humans Can't be Wrong" den Chicks On Speed ebenso begegnen, wie einem erneut unwiderstehlich und knochenhart produzierten Hell/Bartz-Mix ("Fleshdance"), ist dann eigentlich nur noch logisch. Kontakt: http://churchofeuthanasia.org

Didi Neidhart

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